Der Autor
Ich bin Autor. Ich arbeite mit Zeit.
Wenn ich schreibe, brauche ich Zeit.
Zeit, um nachzudenken. Zu zweifeln. Zu verwerfen. Neu zu denken. Worte zu finden. Sätze zu formen. Zu überarbeiten. Zu reflektieren. Und wieder zu überarbeiten.
Dann ist der Tag schnell vorbei.
Ich habe geschrieben. Und trotzdem fühlt es sich oft an, als hätte ich nichts geleistet. Als hätte ich mich nur selbst betrogen.
Oft bin ich glücklich, wenn ich schreibe. Manchmal nehme ich Verbindung zu meiner Quelle auf. Es hat etwas Transzendentes. Als wäre ich für einen Moment mit etwas Größerem verbunden.
Und trotzdem glaube ich oft, ich hätte viel zu wenig getan. Vielleicht, weil der wichtigste Teil des Schreibens unsichtbar ist.
Das Zweifeln. Das Verwerfen. Das Warten. Das Reifenlassen.
Doch gerade dort entsteht manchmal etwas.
Eine Geschichte. Ein Bild. Eine Lied.
Manchmal genügt das, um etwas in Bewegung zu setzen.
