Erinnerungen - Palmplatz Nürnberg
Der Palmplatz liegt neben der Friedenskirche in Nürnberg,
einem wuchtigen Bau aus rotbraunem Klinker.
Neben der Kirche ein Brunnen.
An seiner Spitze tragen Delfine mit ihren Schwanzflossen eine Kugel.
Die Welt in der Schwebe.
Auf der Kugel: ein Vogel. Eine Taube.
Still, als würde sie wachen.
Über den Frieden.
Dieses empfindliche Ding,
das manche nur als die Zeit zwischen zwei Kriegen kennen.
Ein paar Schritte entfernt steht eine Bank unter großen, lebendigen Bäumen.
Unter ihnen suchte ich Schutz – vor der Sonne, vor dem Regen.
Und manchmal vor mir selbst.
Wenn ich dort saß und den Stimmen der Kinder und dem Atem der Stadt zuhörte,
entstand eine besondere Stimmung.
Eine Offenheit.
Ein intensives Zuhören.
Dort, genau dort, entstanden meine ersten Gedichte.
Aus dem stillen Raum zwischen Stein und Holz.
Einige dieser frühen Gedichte habe ich in der Sammlung Am Palmplatz zusammengeführt.
